Wie fühlt es sich an?

Das sind wohl mit die schönsten Momente, die es im Leben gibt.

Entscheidung

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Wenn’s schwierig wird…

… leichter gesagt als getan

Schwierigkeiten

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Ran ans Eingemachte!

Ran ans Eingemachte“ oder meine Leichen im Keller

Diese Geschichte entstand nach dem Lesen eines Artikels von Tina Peel „Ran ans Eingemachte“

Seit Wochen sackt meine Stimmung immer wieder einmal in den Keller, bis unter den Nullpunkt. Mürrisch, launisch gegen mich selbst. Scheinbar grundlos. Aber eben nur scheinbar! Was meldet sich da? Auf der Suche nach dem WARUM geht es ab in die Abgründe meines Selbst, in den dunklen schwarzen Keller, dessen Tür ich am liebsten gar nicht erst anschaue. Ja, nicht einmal wahr haben will, dass es sie überhaupt gibt. Aber nun endlich los, auf die Suche nach dem Verborgenen, ganz tief da unten!
Die Stimmung verbessert das erst einmal auch nicht: Das Kramen in den staubigen Regalen, dem ganzen Müll, der sich da angesammelt hat, ist eher frustrierend, erschlägt mich fast!

Sollten darunter wirklich noch Schätze zu finden sein, mit denen sich etwas anfangen lässt? Guter alter Wein oder Vorräte, die da noch lagern? Unter all dem Staub und Dreck und Müll???

Und was sich da alles findet!

Die Angst vor dem Dunkel, dem Keller, den Spinnen und Asseln, die da sind. Und eine Stimme, die sagt: „Wenn du jetzt nicht lieb bist, kommst du in den Keller!“
Lieb sein? War das nicht gleich gesetzt mit Klappe halten und bloß keine andere Meinung vertreten?
So!? Du bist also auch noch da? Hatte ich Dich nicht schon längst hinausgeworfen? Aber jetzt! Ab ans Licht mit Dir!

Und noch eine Stimme: „Du bleibst jetzt hier drin, wir brauchen dich nicht, du petzt bloß wieder!“ Aha! Du also auch noch! Allein gelassen, nicht dazu gehören dürfen.
Solltest Du nicht auch schon längst hier raus sein? Ab mit Dir!
Heute entscheide ich selbst, ob ich dazugehören möchte und mit wem ich mich umgebe!

Dann noch dieser riesige Stapel, unter dem sich das alte Regalbrett fast durchbiegt!

    • Du bist nicht gut genug

    • Da hättest Du besser sein können

    • Was mehr hast Du nicht geschafft?

    • Das war schon alles?

    • Aber das ist das mindeste, was Du schaffen musst!

Wer hat diesen Müll hier abgelegt? Bin ich nicht gut so wie ich bin?
Und eine neue Stimme: „Nein, denn auch heute erwarten Menschen etwas von Dir, erwarten, dass Du gut bist, das Du stark bist, dass Du ihnen hilfst, bei Seite stehst“.
Aber warum? Muss ich diesen Erwartungen entsprechen? Nein! Muss ich gar nicht! Ich muss nicht alles können. Ich darf um Hilfe bitten. Ich muss auch nicht so ein, wie man es erwartet. Ich darf so sein wie ich bin. Ich darf auch meine Schwäche zeigen!
Also, auch du kannst gehen. Und nimm gleich alle und alles mit, was nur erwartet, nimmt und mich wieder nach unten zieht.

Was? Und dich gibt es auch noch? Und dann auch gleich ein Regal voll?

    • Das kannst Du nicht

    • Das geht nicht

    • Das wirst Du nie schaffen

    • Dafür bist Du zu dumm, zu klein, zu schwach.

    • Aus Dir wird nie etwas.

    • Ohne unsere Hilfe kann das gar nichts werden!

      Weißt Du, was ich schon alles geschafft habe? Klar, ich habe viel probiert, wieder verworfen, fallen gelassen. Aber nicht, weil es nicht ging oder ich es nicht konnte. Nein, es war einfach nicht mein Ding. Ich habe es probiert und entschieden, es ist nicht Meines. Na und? Kann ich doch. Es muss ja nichts ein Leben lang sein. Die Schritte ins Neuland, die habe ich mich gewagt. Da konntest du gar nicht wissen, ob und was geht und funktioniert. Du hast es doch selbst nie probiert, nur gesehen, das andere nach dem ersten Schritt zurückgekommen sind, weil es noch keinen Weg gab. Aber ich, ich habe den Weg gefunden. Also, was willst du noch hier? Ab nach draußen und nimm alle Zweifel gleich mit Dir mit.

Ach! Und Du auch noch hier?

Mache etwas vernünftiges!

Das machen alle so!

Damit kann man nichts verdienen.

Du musst dir etwas schaffen!

Alles brotlose Kunst.

Mit dem was Spaß macht, verdient man keine Geld

Ich habe es geahnt, dass ich Dich hier finden werde. Hier im Dunkel, von wo aus du so hinterhältig agierst! Entscheidest Du was vernünftig ist? Das kann ich heute selbst. Wie bitte? Du meinst es nur gut mit mir? Ich weiß heute selbst, was gut für mich ist. Und das ist ganz sicher nicht das, was alle tun! Nein, das was mir Spaß macht, tut mir gut. Also lass mich selbst herausfinden, was mir heute und in Zukunft gut tut. Nimm Dein Hamsterrad und geh!

Die nächste dunkle Ecke! Nein, da mag ich jetzt wirklich nicht auch noch hinschauen. Scham! Ja wirklich, ich schaue in einen Spiegel und ich schäme mich. Ich schäme für das, was ich einfach liegen gelassen habe. Für das, was eigentlich zu tun gewesen wäre. Aber es hätte ja jemand sehen können, was da passiert ist. Ja ich schäme mich, ein Versager zu sein. Schwach gewesen zu sein, ich schäme mich dafür, mich nicht der Norm entsprechend verhalten zu haben. Ich schäme mich, weil ich so war, wie ich war und so bin, wie ich bin. Scheiß Spiegel! Was soll das? Ich muss mich für nichts schämen. Warum? Nur weil es wieder Jemand erwartet, dass ich mich für etwas schämen muss? Nein! Ich kann zu allem stehen! Auch wenn ich Manches aus heutiger Sicht anders machen würde. Also Spieglein, Spieglein… Auch Du gehörst auf den Müll!

Und was für Schätze habe ich nun gefunden, nachdem es etwas heller in meinem Keller ist?

Ich darf meine eigenen Ansichten und Meinungen habe, und ich darf sie auch ändern, wenn ich auf dem falschen Weg bin.

Ich darf selbst entscheiden, mit wem ich mich umgebe und wo ich dazugehören möchte.

Ich darf probieren, verwerfen und meinen eigenen Weg suchen und finden

Ich darf mich wohl fühlen, mit dem was ich tue.

Ich muss mich für nichts schämen, was ich getan oder auch nicht getan habe

Ich muss nicht stark sein, wenn ich mich schwach fühle.

Ich darf so sein, wie ich bin.

Ein paar Leichen sind entsorgt. Und vielleicht kommt demnächst wirklich Lust auf „Eingemachtes“ mit Schwelgen in Erinnerungen.

PS: Und ja, irgendwann kann es auch im Keller schön aussehen

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Nichts ist, wie es scheint

Heute habe ich Sofie kennengelernt, eine attraktive Frau mit ihren knapp 60 Jahren. Sie wirkt sportlich und strahlt eine Stärke aus, die ich in diesem einen, ersten Moment bewundernswert finde. Als sie mich begrüßt, überlege ich, was sie wohl von mir erwarteten würde. Am Telefon hatte sie nicht viel erzählt- nur dass sie sich hin und wieder, aber eben immer öfter, „komisch“ fühlen würde. Ich beobachte Sofie aufmerksam – ihre Bewegungen, ihre Mimik. Sie schaut sich in meiner Praxis um, und bleibt mit ihren Blicken an einem Bild hängen. „Ihr Mann?“ fragt sie. Ich nicke. Doch dieser Augenblick hat ihre Mimik total verändert. Nun wirkt sie unsicher, traurig, klein. Eine Fassade ist zusammengebrochen. Dann, irgendwann erzählt sie von ihrem Mann, ihrem Leben. Und ich frage mich: Wieviel Kraft muss es sie kosten, diese Fassade der starken Frau, die für alle da ist, aufrecht zu erhalten.
„Ich muss doch stark sein!“ scheint ihr Lieblingsspruch zu sein. Kein Wunder, dass nichts anderes von ihr erwartet wird.
Ihre schicke rote Bluse, die sehr gut mit den rötlich eingefärbten Strähnchen im kinnlangem Haar harmoniert, demonstriert eindrucksvoll ein „Schau, hier bin ich!“. Keine Spur von „Ich bin am Ende“ – leider nur die Fassade für den Rest der Welt – in ihrem Inneren sieht es ganz anders aus.

Passend zu diesem ersten Eindruck von Sofie möchte ich „Eine Geschichte zum Nachdenken“ anhängen. Die ist zwar auch schon tausende Male erzählt, geschrieben und gelesen worden, aber sie beeindruckt immer wieder und zeigt, wie schnell wir mit unseren Urteilen sind und das manches anders ist, als es auf den ersten Blick scheint. So wie bei mir der erste Eindruck und mein Urteil über Sofie.

Eine Geschichte zum Nachdenken
(von Laotse)

Es gab einmal in einem Dorf einen alten Mann, der sehr arm war. Er wurde aber trotzdem von Königen beneidet, denn er besaß ein schönes Pferd. Ein Pferd von solcher Qualität war noch nie gesehen worden, solche Schönheit, solcher Stolz, solche Stärke! Könige bewarben sich um das Pferd und boten fabelhafte Preise. Doch der alte Mann kannte nur eine Antwort: „Dieses Pferd ist für mich kein Pferd, sondern ein Freund, es ist kein Besitz. Soll ich einen Freund verkaufen? Nein, das kommt nicht in Frage.“
Der Mann war arm und hatte allen Grund, der Versuchung zu erliegen. Aber er verkaufte das Pferd nie. Eines Morgens entdeckte er, dass das Pferd nicht mehr im Stall war. Das ganze Dorf versammelte sich und alle sagten:
„Das hast du nun davon, du alter Narr! Wir haben es vorher gewusst, eines Tages musste das Pferd ja gestohlen werden! Denn wie hättest du bei deiner Armut einen solchen Schatz richtig behüten können? Du hättest besser daran getan, das Pferd zu verkaufen. Du hättest astronomische Summen dafür verlangen können, jeden Phantasiepreis! Jetzt ist das Pferd weg. Jetzt siehst du, was für ein Fluch, was für ein Unglück es für dich war.“
Der alte Mann sagte: „Ihr müsst nicht übertreiben! Sagen wir einfach: Das Pferd ist nicht im Stall. Das ist die einzige Tatsache, alles andere ist Interpretation. Ob es nun ein Unglück ist oder nicht, wie wollt ihr das wissen? Wie könnt ihr das beurteilen?“
Die Leute waren überzeugt: „Uns kannst du nichts vormachen. Wir mögen zwar keine großen Philosophen sein, aber hier braucht man auch keine Philosophie. Es ist eine klare Tatsache, dass ein Schatz verloren gegangen ist, und das ist ein Unglück.“
Der alte Mann erwiderte: „Ich bleibe dabei: Die einzige Tatsache ist, dass der Stall leer und das Pferd fort ist. Darüber hinaus weiß ich nicht, ob Unglück oder Segen, denn so ein Urteil ist begrenzt und niemand weiß, was noch kommt. “
Er wurde ausgelacht. Die Leute hielten den alten Mann für verrückt. Sie hatten es schon immer gewusst, dass er nicht richtig im Kopf war, sonst hätte er ja sein Pferd verkauft und in Saus und Braus gelebt… Stattdessen fristete er sein Leben als Holzfäller. Obwohl er sehr alt war, fällte er immer noch Bäume, brachte das Holz aus dem Wald und verkaufte es. Er lebte von der Hand in den Mund, hatte nur das Nötigste und nie wirklich genug. Aber jetzt war ihnen das endgültig klar, dass er verrückt war.
Nach vierzehn Tagen kam plötzlich eines Nachts das Pferd zurück. Es war nicht gestohlen worden, es war nur in die Wildnis gelaufen. Es kam nicht nur zurück, sondern es brachte auch noch zwölf andere Wildpferde mit. Und wieder kamen die Leute zusammen und waren sich sicher: „Alter, du hast Recht gehabt, wir haben uns geirrt. Es war kein Unglück, sondern ein Segen. Es tut uns leid, dass wir dir Vorwürfe gemacht haben.“
Und der alte Mann sagte: „Ihr geht schon wieder zu weit. Könnt ihr nicht einfach sagen, dass das Pferd zurück ist und dass es zwölf andere Pferde mitgebracht hat? Warum urteilt ihr? Wer will wissen, ob es ein Segen ist oder nicht? Es ist nur ein Bruchstück, und wenn man den ganzen Zusammenhang nicht kennt, wie kann man dann urteilen? Wie könnt ihr über ein Buch urteilen, wenn ihr nur eine Seite gelesen habt? Wie könnt ihr über eine ganze Seite urteilen, wenn ihr nur einen Satz gelesen habt? Wie könnt ihr über einen Satz urteilen, wenn ihr nur ein Wort davon gelesen habt? Und was ihr in der Hand haltet, ist weniger als ein Wort – das Leben ist so unendlich! Ihr habt nur das Bruchstück eines Wortes in der Hand und habt über die ganze Welt geurteilt. Sagt also nicht, dass dies ein Segen ist, denn wer weiß…. Und ich bin völlig damit zufrieden, dass ich es nicht weiß. Lasst mich also bitte in Ruhe.“
Dieses Mal hielten die Leute den Mund. Vielleicht hatte der alte Mann ja doch Recht? Also sagten sie nichts, aber im Stillen waren sie sich einig, dass er sich irrte.
Zwölf herrliche Pferde waren mit dem einen Pferd zurückgekommen! Wenn sie ein bisschen eingeritten wurden, könnten sie bald alle verkauft werden und massenhaft Geld einbringen.
Der alte Mann hatte einen jungen Sohn, es war sein einziger. Dieser Sohn begann nun die Wildpferde zu zähmen. Eine Woche später stürzte er von einem der Pferde und brach sich beide Beine.
Wieder kamen die Leute zusammen.  Und wieder urteilten sie sofort. Sie sagten: „Du hattest Recht. Was du geahnt hast, hat sich wieder einmal bestätigt. Es war kein Segen, es war doch ein Unglück. Dein einziger Sohn hat seine Beine verloren! Wer soll jetzt die Stütze deiner alten Tage sein? Jetzt bist du ärmer denn je.“
Der alte Mann erwiderte: „Könnt ihr denn nicht ein Mal aufhören mit eurem Urteil? Ihr geht schon wieder zu weit… sagt einfach, dass mein Sohn seine Beine gebrochen hat. Keiner weiß, ob das nun ein Glück oder ein Unglück ist. Keiner! Es ist wieder nur ein Bruchstück, und wir bekommen nie mehr als ein Bruchstück zu sehen. Das Leben zeigt sich nur in Fragmenten, aber unsere Urteile fällen wir immer über das Ganze.“
Ein paar Wochen später geschah es, dass ein Krieg mit dem Nachbarland ausbrach. Alle jungen Männer wurden zur Armee eingezogen. Nur der Sohn des alten Mannes blieb zurück, weil er ein Krüppel war. Die Leute kamen zusammen, weinend und klagend, denn aus jedem Haus wurden die jungen Männer mit Gewalt abgeholt. Und es bestand keine Aussicht, dass sie je wiederkämen, denn das Land mit dem Krieg geführt wurde, war ein sehr großes Land, und die Schlacht war von vorneherein verloren. Also würden sie nicht zurückkommen… Das ganze Dorf weinte und klagte und sie kamen zu dem alten Mann und sagten:
„Wie Recht du hattest Alter! Weiß Gott, wie Recht du hattest, es war ein Segen: Dein Sohn mag zwar ein Krüppel sein, aber wenigstens bleibt er bei dir. Unsere Söhne werden wir nie wieder sehn. Er wenigstens lebt und ist bei dir, und nach und nach wird er schon wieder das Laufen lernen. Vielleicht wird er noch ein bisschen humpeln, aber er wird wieder in Ordnung kommen.“
Der alte Mann wehrte ab: „Es ist einfach unmöglich, mit euch Leuten zu reden. Ihr könnt es einfach nicht lassen – ewig diese Urteile. Niemand weiß etwas! Sagt doch nur, dass eure Söhne in die Armee geholt worden sind und mein Sohn nicht. Aber ob das nun ein Segen ist, oder ein Unglück, das weiß niemand. Kein Mensch wird das je wissen. Nur Gott allein weiß es.“
Und wenn wir sagen: „Nur Gott weiß es“, dann heißt das, dass nur das Ganze es weiß.
Urteile nicht, sonst wirst du dich nie mit dem Ganzen vereinigen können. Dann wirst du immer nur an den Bruchstücken kleben und aus den geringsten Anlässen große Schlüsse ziehen. Wie leicht vergisst du, dass es Dinge gibt, die über deinen eigenen Horizont hinausgehen.

Also urteile nie!


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Meine Welt – alles nur eine Illusion?

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Wir sehen die Welt nicht, wie sie ist. Wir sehen die Welt, wie wir sind. Nichts ist wie es scheint. Die Welt ist immer nur die, die wir uns selbst erdenken.

Ich erinnere mich noch gut an meine Schulzeit zurück. An Chemie, Physik, Astronomie – daran, wie riesig groß das physikalische und chemische Spektrum des Universums für mich erschien. Und heute frage ich mich:

„Wieviel davon nimmst Du wirklich wahr?“

Jeder Hund kann besser riechen als ich. Bis zu tausend verschiedene Gerüche kann er unterscheiden. Ich kann nicht mal verschiedene Kaffeesorten auseinander halten.
Katzen haben einen Sichtwinkel von über 280 Grad, Fliegen den Rundumblick von 360 Grad und dazu können sie sogar noch 200 Bilder pro Sekunde verarbeiten. Mein Sehfeld ist auf 180 Grad beschränkt und über die Verarbeitung von Informationen will ich lieber gar nicht reden. Eulen erkennen in stockdunkler Nacht ihre Beute. Ich brauche mindestens eine Taschenlampe, um im Dunkel der Nacht mein Auto auf einem unbeleuchteten Parkplatz wiederzufinden. Ein Adler sieht aus 1600 Meter Entfernung ein Eichhörnchen. Ich erkenne auf 500 m nicht einmal ein Gesicht!
Um mein Gehör ist es auch nicht viel besser bestellt! Während ich nur Frequenzen zwischen 20 und 20.000 Hertz wahrnehme (und überhaupt nur das höre, was ich wirklich will), hört eine Taube noch im Bereich von 0,1 Hertz und die Fledermaus bis 200.000 Hertz.
Und auch im Anpassen an extreme Temperaturunterschiede sind mir viele Tiere überlegen. Meine Katze braucht bei Null grad keine dicke Daunenjacke und Wollsocken. (Zugegeben, die brauche ich eigentlich schon viel eher.)

Sichtbares Licht, Temperatur und hörbare Frequenzen beschränken sich bei mir also auf einen winzig kleinen Sektor. Für alles, was sich außerhalb meines Wahrnehmungsbereiches befindet, bin ich blind und taub. Nun ja, wenigstens kann ich denken und habe ein Bewusstsein.

Geht Dir das genauso?
Du nimmst Deine Welt  aktiv wahr, aber Du erlebst immer nur das, wonach Du suchst.
„Ich suche doch nichts!“ wirst Du jetzt sagen. Aber da wage ich Dir zu widersprechen: „Doch, du suchst! Du suchst nach dem, was Du schon kennst, und nach dem, was Dir in Deiner aktuellen Situation wichtig erscheint.“

Aber tröste Dich, mir geht‘ s genauso. In meinem Gehirn läuft auch „nur“ eine Art Film ab. Es ist mein eigener Film mit meinem eigenen Drehbuch. In Wirklichkeit ist die Welt nicht das, was ich zu sehen glaube. Alle Bilder und Sinneseindrücke werden von meinem Gehirn durch meine Erfahrungen und Erlebnisse zusammengefügt und interpretiert. Wenn ich in meiner frühen Kindheit nicht gelernt hättest, dass der Tisch ein Tisch ist, wäre er wahrscheinlich für mich ein Stuhl, und alle Welt würde mich deshalb auslachen.

Übrigens – in einem überlieferten Experiment zur Wahrnehmung soll man Ureinwohnern, die noch nie Kontakt mit der Zivilisation hatten, ein Foto von New York gezeigt haben. Auf die Frage was sie da sehen würden, war die verblüffende Antwort: Hühner

Und warum?
Wir nehmen nur das wahr, was wir kennen, was wir im Laufe unseres Lebens an Erfahrung gesammelt und gelehrt bekommen haben.

Habe ich auch lange nicht geglaubt. Irgendwann habe ich dann folgenden Text gefunden:

In eneir Sutide wrude hersuafegnuden, dsas die Rneflogheie der Bstachuebn in eniem Wrot für uns nchit mher wcthiig ist. Nur der estre und der ltezte Buhctsabe msus scih an der ritihcegn Psotioin bfeniedn. Der Rset knan ein ttoaellr Bsinöldn sein, tedztorm knan man ihn onhe Pemoblre lseen. Wir hbaen die Wrteör so oft gseeehn, dsas wir die fslcahe Rihenelofge dcruh uesnre Eahfrnug sforot usmtlelen und die rcihgtige Bdeueuntg der Wreöetr in uesnerm Kpof atuoamtsich ettnesht.

Ich war verblüfft, wie problemlos ich ihn lesen konnte. Die Erklärung dazu war einfach: Lernmuster! Ich hatte die Wörter gelernt, viele tausend Male gesehen und gelesen. Und nun setzt mein Gehirn sie einfach selbständig zusammen. Es reicht, wenn der erste und der letzte Buchstabe an der richtigen Stelle platziert sind. Alles andere passiert wie von selbst. Also: Meine Erfahrung bestimmt, was ich sehe. Und manchmal sorgt sie auch dafür, dass ich unachtsam werde.

Die Wirklichkeit wird von dem beeinflusst, was die „Welt“, die Menschen um mich herum, als Realität empfinden. Und das ist das, was ich wahrnehme. Meine Gefühlswelt und mein Ich – Empfinden spielen dabei auch noch eine große Rolle. Mein vermeintlich freier Wille ist damit nur eine Illusion. Er ist nur eine Art Prägung, Programmierung oder eine gezielte Manipulation – abhängig von Erziehungs- und Verhaltensmustern.
Die hast Du doch bestimmt auch.

„Quatsch, ich doch nicht“ höre ich Dich schon protestieren.
Na ja, wer ist schon schonungslos ehrlich zu sich selbst? Das schaffe ich auch immer noch nicht. Aber wenigstens muss ich mir heute nicht mehr Dinge schön-Reden, die absolut dumm gelaufen sind. Ich mache mir auch nichts mehr daraus, wenn andere nicht gut finden, was ich tue. Müssen sie auch nicht. Hauptsache mir geht es gut damit. Heute – ausgebrochen aus dem Hamsterrad – genieße ich auch spontan den freien Tag mitten in der Woche. Vor ein paar Jahren war das noch ganz anders. Da kam das hier dabei heraus:

Endlich ein freier Tag. Mein freier Tag, der Tag nur für mich ganz allein.
Ich wache frühmorgens zur gewohnten Zeit auf. Ein wunderschöner Morgen. Die Sonne blinzelt durchs Fenster, die Vögel zwitschern. Endlich einmal ein Tag für mich selbst, ohne von einem Termin zum anderen zu hetzen. Zufrieden und entspannt kuschele ich mich noch einmal in meine Kissen, um noch ein bisschen vor mich hin zu dösen. Ein Tag, eigentlich so richtig dafür geschaffen, das zu tun, was ich schon immer mal tun wolltest: Frühstück im Bett, Lesen, Telefonieren, Milchkaffee und Schokokekse und dem guten Gefühl, mich richtig schön zu entspannenn. Vielleicht noch ein bisschen Sonne genießen bei einem leckeren Eis, oder einfach nur im Park spazieren gehen.

Zwei Stunden später sind die Hummeln im Hintern da. Was sollen denn die Nachbarn sagen, wenn ich an so einem Tag nur fröhlich vor mich hin gammele? Oder erst meine Mutter, die nur ein paar Ecken weiter wohnt? Der Tag ist zum Faulenzen doch zu schade. Also raus aus den Federn, das übliche Morgenprogramm im Schnelldurchlauf – nichts mit Frühstück im Bett. Schönes Wetter draußen – ich könnte die Fenster putzen. Die dreckigen Scheiben rüsseln mich so wie so schon lange an. Die Gardinen am besten auch gleich noch waschen. Wie sieht denn das sonst aus – saubere Scheiben und dreckige Gardinen? Und wenn schon, dann auch noch die Wohnung putzen. Soll ja ordentlich werden. Im Garten das Unkraut ist auch schon viel zu hoch. Also raus in den Garten. Frische Luft brauche ich ja schon und die Sonne scheint hier genauso wie im Garten des Eiskaffees. Einkaufen muss ich auch noch. Ruckzuck ist der Tag vorbei. Nichts mit entspanntem freien Tag, faul herumliegen oder sich fallen lassen. Am Abend falle ich ins Bett, todmüde – wie immer. Und wieder einmal bedauere ich, nichts für mich getan zu haben. Aber der nächste freie Tag kommt bestimmt und dann…, ja dann werde ich endlich mal etwas für mich tun.

Aber der kleine Mann in meinem Ohr, der treibt mich wieder an – so wie immer und ich warte geduldig auf den Urlaub. Und dann….

So waren sie, die unerkannten Botschaften, die in den Tiefen meines Unterbewusstseins schlummerten. Aber ich habe sie enttarnt, mir bewusst gemacht. Und heute ist ein freier Tag EIN FREIER TAG – EIN TAG FÜR MICH

Erinnerst Du Dich auch an sie? Diese Ermahnungen: “So einen Tag vertrödelt man nicht. Lass Dich nicht so hängen. Sei nicht so faul, sei fleißig! Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!“ Hast Du jemals von Deinen Eltern oder Großeltern gesehen, dass ein freier Tag mit Nichtstun vergeudet wird? Ich habe so etwas nie erlebt! Eher Schuften bis zum umfallen.

Auch mir wurde schon sehr früh beigebracht: „Wer nichts leistet, ist nichts wert. Mach schnell, mach dies, mach das.“ Und lange wunderte ich mich über diesen inneren Antreiber – diesem Teil in meinem Kopf, der aus Ruhepausen Unruhe zauberte und das schlechte Gewissen nagen lies.
Und alles nur, weil sich in mir Glaubenssätze manifestiert hatten, die mich auch noch unbewusst steuerten. Diese Glaubenssätze waren bewusste und unbewusste Verallgemeinerungen über mich selbst, über meine Mitmenschen und die Welt von deren Wahrheit ich überzeugt war. Sie waren eng mit Werten verbunden und stellten auch die Regeln auf, wie ich diese Werte erreichen sollte.

  • Das musst Du so machen…
  • Das gehört sich so aber nicht…
  • Du kannst doch nicht einfach…
  • Denke doch auch mal an die anderen…
  • Erst wenn alle versorgt sind, kannst Du Dir Deine Pause gönnen…

Und? Was für Botschaften hast Du denn so im Kopf? Auch noch in diesem Hamsterrad gefangen?

Aber soll ich Dir etwas verraten? Das kann man wirklich abstellen! Und das Leben macht wirklich mehr Spass, wenn man sich nicht nach den anderen richtet.

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WARUM dieser BLOG?

Business Momentum Contest

WARUM dieser Blog? Ich schreibe gern, viel und oft, über alles was mir auffällt – im Alltag, in meiner Praxis, in der Freizeit. Über die Aufreger des Tages, alles was mich nachdenklich macht, aber auch über die kleinen schönen Dinge, die man kaum mehr wahrnimmt. Die halte ich dann sogar im Foto fest. Ja und die sollen hier natürlich auch erscheinen.

Warum das alles in diesem Blog? Ich will Dir  Mut machen, Dich mit den Dingen auseinanderzusetzen, die Dir an einem Tag so begegnen. Auch bewusster hinschauen und wahrnehmen – die kleinen Dinge wieder entdecken: den Schmetterling auf einer Blüte, die Eiskristalle an den kahlen Ästen.

Warum? Die Zeit läuft viel zu schnell. Du eilst durch den Tag, unachtsam, von einem Termin zum anderen. Im Kopf läuft ein Karusell mit den Problemen des Alltags. Ich möchte Dir zeigen, das Du trotzdem die Zeit finden kann, Dich selbst und die kleinen Dinge wieder wahrzunehmen, achtsamer zu werden – mit Dir selbst und Deiner Umwelt.

Warum? Ich möchte meine Erfahrungen weitergeben, damit Dir genaus DAS erspart bleibt, was mich fast in die Knie gezwungen hat: Funktionieren und nicht hinschauen

Warum? Ich glaube, dass auch du glücklich und zufrieden sein willst, eins mit Dir und Deiner Umwelt. Ich glaube, dass auch du die schönen Seiten des Lebens erleben und genießen willst.

Business Momentum Contest

Ich zeige Dir, wie Du statt durch den Alltag zu hetzen, es wieder schaffen kannst, inne zu halten, zu entspannen, die vielen kleinen schönen Momente des Tages zu entdecken und zu genießen, mit Dir selbst Frieden zu schließen und Dich anzunehmen so einzigartig wie Du bist.

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Verrückt….

„Wenn man bedenkt, dass wir alle etwas verrückt sind, ist der Wahnsinn dieser Welt erklärt.“

Ich liebe Zitate und ganz besonders die von Mark Twain. Die passen so schön zu mir und meinem Leben.

Ich muss verrückt sein, mich auf das Experiment „blog“ eingelassen zu haben. Muss man eigentlich wirklich jeden Sch… mitmachen? Sieht wohl so aus! Herdentrieb? Sich selbst zu beweisen, dass man das kann? Ich werde in mich gehen, und herausfinden, was mich dazu getrieben hat.

Wenn Du das auch noch wissen willst, dann bleib doch einfach hier und lies weiter…..

18.02.2014 und es bleibt verrückt! Ja! Ich habs getan! Schon immer hatte ich den Traum irgendwann einmal ein Buch zu habe, ein eigenes und nun gibt es wirklich ein e-book. Irre! Und weil es bei mir in den letzten Jahren so chaotisch und irre zuging, hat es auch den entsprechenden titel „Zu Hause im Irrenhaus – Willkommen im Wahnsinn dieser Welt„. Ich habe so „verrückte“ Dinge erlebt – also zumindest aus meiner Sicht. Und ja: Ich bin verrückt, verrückt, verrückt

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